Ausstellung

Merlin Dickie

14. – 25. Juli 

In der Ausstellung „Unter einem dunklen Stern“ befasst sich der Maler Merlin Dickie mit dem Besuch einer eigens kreierten Entität namens „DisAster“ und dessen Auswirkungen in seiner Heimatstadt Wien. Im Zuge der Entstehung des Konzeptes verfasste der Künstler eine Kurzgeschichte, ähnlich einer Sage, die jene Begegnung nacherzählt. Sie dient als Begleittext zu den ausgestellten Bildern.

Diese zeigen architektonische Elemente von Gebäuden, die an sich überall sein könnten, durch ihre spezifische und wiedererkennbare Form sind sie jedoch eindeutig Wien zuzuordnen. Dazu zählen die Karlskirche, das Ronacher, eine Geisterbahn und auch das Kinderfreibad Schweizergarten.

Die teils realistischen, teils abstrahierten Bilder demonstrieren sowohl die Wirkung des Unsterns als auch den Widerstand gegen dessen Einfluss.

Anmeldung unter: disaster.wien@gmail.com oder www.merlindickie.com

„Unter einem dunklen Stern“ – Kurzgeschichte von Merlin Dickie

Wenn man denn an Sterne glauben möchte, dann kann man auch eigentlich recht sicher sein, dass es so etwas wie einen Unstern gibt. Diesen im Himmel zu suchen ist jedoch vergebens, denn er ist eben kein Stern und ist folglich auch ganz woanders zu finden, nämlich in Wien.

Noch bevor Wien zur Metropole wurde, vor dem Kaisertum, lange vor dem Römischen Reich, vermutlich irgendwann in der Bronzezeit, als man noch eine Vielzahl an Verwendungszwecken für menschliche Gebeine fand, kam der DisAster zu Besuch.

Zuerst war er lediglich voller Neugierde gewesen. Er hatte da, wo heute und schon seit langem, das Wiener Becken liegt, seine Aufmerksamkeit fokussiert und dort Menschen einer Felsspalte entspringen sehen.
Sie waren seltsam und eigen, nicht wirklich freundlich, aber trotzdem gesellig. Nicht so recht schön, jedoch sehenswert. Und sie wollten auch gesehen werden, sonst hätten sie nicht so viel Lärm gemacht.

Düster und magisch waren die Menschen an dieser Stelle. Anders als anderswo, waren sie.
Ihr Gehabe faszinierte den
Unstern. Zwar wusste er es nicht, doch er hatte sich verliebt und so entschied er für immer zu bleiben.

Viele, viele Jahre verstrichen und der DisAster merkte gar nicht, wie sehr er die Menschen veränderte.
An der Stelle, wo die Leute die meisten Schädel gesammelt hatten, da wo der Lärm am lautesten gewesen war und die Schmierereien am größten, entstand ein Dorf.

Das Dorf wuchs und wurde zur Stadt und so kam es, dass Wien schon immer unter einem dunklen Stern stand.

Merlin Dickie geboren 1991 in Wien. 2011 Ausbildung für Musik und Medien (Deutsche POP Wien). 2020 Studium an der Universität für Angewandte Kunst Wien.  

Ausstellungen
2020    UNCANNY NORMS, Diplom Ausstellung, Universität für Angewandte Kunst, Wien
2019    FINALE, Gruppenausstellung, Galerie Sandpeck
2019    Ein ECHTER Indianer, Einzelausstellung, Galerie Sandpeck
2018    COMMON FANDOM TERMS, Studio 5, Wien
2018    Die Ahnung eines größeren Gefühls, Gruppenausstellung, Radio Kulturhaus Wien
2017    ENTWEDER/TROTZDEM mit Lorenz Kunath, Galerie Time
2017    VERGESSENE FRAUEN: Donne Dimenticate, GAL Gruppenausstellung, Haus Wittgenstein
2016    Vienna Contemporary, Marxhalle, Animation Short – „Prometheus“
2016    SCHIER HEITER, Ausstellung der Klasse für Malerei und Animationsfilm, Heiligenkreutzerhof