Ausstellung

Nani Hagg, Tomak

präsentiert von Andrea Müller und Galerie Petra Seiser
4. – 26. Mai 2021

In dieser Ausstellung DAUMENSCHRAUBE waren Objekte von Nani Hagg und Zeichnungen von TOMAK zu sehen.

Wo setzen wir an? Wo und wie können wir die degenerativen Prozesse beeinflussen? Und welche Chancen der Umwertung bietet eine Krise? Die Puppe als Versuchsobjekt – als Modell sozusagen – bietet Anwendungsmöglichkeiten zur Veranschaulichung von Eingriffen. Die Puppe als Modell diente auch als Vorbild für das Kurzvideo „Der Untergang des Abendlandes“ in dem die perfekte Skulptur der Puppe mit dem Fleischschlögel zerschmettert wurde und dazu Sprüche und Weisheiten zum Besten gegeben wurden. Die Chancen, die diese Umwertung bietet – hinsichtlich Ökologie, Gleichberechtigung, Globalisierung etc. lotet TOMAK in 20 neuen Zeichnungen aus.

Demgegenüber stehen Nani Haggs Skulpturen. Körperteile und Schmuckstücke aus Bronze, Silber und Gold zeigen auf der einen Seite die Schöpferkraft der Natur aber auch die Fähigkeiten zur Umschöpfung durch den Menschen. Die Schönheit der naturgeschaffenen Form im Verborgenen, wie auch deren Wiederholung im Offensichtlichen.

Nani Hagg, 1974 in Klagenfurt geboren, studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien. Nach der Ausbildung zum Gold und Silberschmied Studium Metallgestaltung und Schmuckdesign  am Plymouth College of Art and Design in Großbritannien.  Sie arbeitete mit namhaften Juwelieren in München und Wien wie z. B. Max. Platin, New One, Hofjuwelier Köchert und Henri J. Sillam und Schmuckwerkstatt Skrein.

Nani Hagg fertigt Objekte und Schmuck aus Edelmetallen und Bronze. Ihre Goldschmiedearbeiten waren immer schon von ihrer Liebe zur Natur beeinflusst. Diese hat sie in den letzten Jahren auch in die Arbeit an kleineren und größeren Objekten einfließen lassen. „Die Stücke haben einen hohen ästhetischen Reiz, wohl, weil die Natur, als Nebenprodukt der Zweckmäßigkeit, die Schönheit zusammengebracht hat.“ Aus anatomischen Abbildungen, Knochen und Nachbildungen von Blumen, Käfern und Blättern, ergeben sich nahezu abstrakte, wie auch interessante, bis zu liebliche Formen, deren Ursprung nicht immer nachvollziehbar sein soll. Starke Strukturen im Gegensatz zu hochpoliertem Metall verleihen den Objekten eine starke haptische Qualität. Sie sind dafür gemacht, berührt zu werden.

TOMAK – Posterboy und Kunstfigur, 1970 in St. Veit an der Gölsen geboren. 1995 Studium der Malerei und Grafik bei Christian Ludwig Attersee an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Nach Ausstellungen in Österreich (u. a. Albertina Wien, Kunsthalle Wien, Rupertinum – Museum der Moderne Salzburg, Landesmuseum NÖ, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst) und im Ausland (Kunsthuis Yello Art, Geel, Belgien; Lehmbruck Museum Duisburg, Heike Curtze Berlin, Galerie 14+1 Stuttgart, Deutschland) sind TOMAKs Arbeiten aus Malerei, Zeichnung, Skulptur, Text und Performance in zahlreichen renommierten Museen und Sammlungen präsent. TOMAK lebt und arbeitet in Wien.